Lungenkrankheiten

Erkrankungen und Untersuchungen in der  Lungenheilkunde

Asthma bronchiale

Asthma bronchiale ist eine chronische Entzündung der Atemwege, bei der sich die Bronchien zeitweise verengen und es zu anfallsartiger Luftnot kommt. Häufig wird dies durch äußere Reize wie Allergene, Infekte oder Belastung ausgelöst. Die Behandlung erfolgt – je nach Schweregrad – mit Inhalationssprays und bei Bedarf zusätzlich mit Tabletten, entweder nur im Anfall oder dauerhaft als Dauermedikation

 

Bodyplethysmographie ("große Lungenfunktion")

Die Bodyplethysmographie – oft auch „große Lungenfunktion“ genannt – ist eine Basisuntersuchung in der Lungenheilkunde. Sie misst das Lungenvolumen und den Widerstand der Atemwege und ermöglicht so eine genaue Beurteilung der Lungenfunktion. Damit lassen sich obstruktive und restriktive Lungenerkrankungen wie Asthma, COPD/chronische Bronchitis oder Lungenfibrose unterscheiden. Die Untersuchung ist schmerzfrei, dauert nur wenige Minuten und wird in einer geschlossenen Messkabine durchgeführt..

 

Bronchialkarzinom (Lungenkrebs)

Unter Bronchialkarzinomen versteht man bösartige Tumoren der Lunge und des Brustkorbs (z. B. Lungengewebe, Rippenfell, Brustfell). Für die Prognose ist eine frühe und umfassende Diagnostik entscheidend, meist mit Computertomographie und Bronchoskopie. So lassen sich Ausdehnung und genaue Tumorart bestimmen. Je nach Befund kommen Operation, Chemotherapie, Bestrahlung oder eine Kombination dieser Verfahren zum Einsatz..

 

Bronchoskopie (Lungenspiegelung)

Die Bronchoskopie ist eine Spiegelung der Atemwege mithilfe eines dünnen optischen Gerätes, das über den Mund und die Luftröhre in die Bronchien vorgeschoben wird. Sie erfolgt in der Regel in Sedierung oder Narkose. Während der Untersuchung können Schleim, Flüssigkeit oder Gewebeproben entnommen, verschluckte Fremdkörper entfernt oder Blutungen gestillt werden. Für viele Lungenerkrankungen ist die Bronchoskopie ein unverzichtbarer Baustein der Diagnostik


Chemotherapie

Chemotherapie bezeichnet die Behandlung von Krebserkrankungen mit speziellen Medikamenten (Zytostatika), die das Wachstum von Tumorzellen hemmen oder sie abtöten. Die Gabe erfolgt meist als Infusion über eine Vene, seltener als Spritze oder Tablette. Die Behandlung findet entweder im Krankenhaus oder in spezialisierten onkologischen Praxen statt und wird individuell an die Tumorart und den Allgemeinzustand der Patientinnen und Patienten angepasst

 

Chronische Bronchitis (COPD) und Lungenemphysem

Chronische Bronchitis und COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) sind Volkskrankheiten, die häufig durch langjährigen Zigarettenrauch ausgelöst werden. Die dauerhafte Entzündung führt zu einer Verengung der Atemwege, Husten mit Auswurf und Luftnot. Beim Lungenemphysem sind die Lungenbläschen zusätzlich überbläht und dauerhaft geschädigt. In fortgeschrittenen Stadien können eine Langzeitsauerstoff-Therapie und/oder eine Heimbeatmung nötig werden; Grundlage jeder Behandlung ist der konsequente Rauchstopp.

 

Computertomographie (CT, "Schichtröntgen")

Die Computertomographie stellt den Körper in dünnen, überlagerungsfreien Schichten dar. Dadurch können verschiedene Lungenerkrankungen – etwa COPD/Lungenemphysem, Lungenfibrose oder Lungenkrebs – sicher erkannt und ihre Ausdehnung genau beurteilt werden. Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten und wird im Liegen durchgeführt; sie wird in aller Regel auch von Menschen mit Platzangst gut toleriert.

 

Heimbeatmung

Bei fortgeschrittenen Lungen- oder Atemwegserkrankungen kann die eigene Atemkraft nicht mehr ausreichen, um den Körper genügend mit Sauerstoff zu versorgen und Kohlendioxid abzuatmen. In solchen Fällen kommt eine nicht-invasive Heimbeatmung über eine dicht sitzende Maske zum Einsatz, meist nachts. Dadurch werden Atemmuskulatur und Kreislauf entlastet, und die Belastbarkeit am Tag kann wieder zunehmen. Häufig wird die Heimbeatmung mit einer Langzeitsauerstoff-Therapie kombiniert; auch bei Schlafapnoe wird diese Form der Beatmung eingesetzt.


Langzeitsauerstoff-Therapie

Wenn der Sauerstoffgehalt im Blut dauerhaft zu niedrig ist, kann eine Langzeitsauerstoff-Therapie notwendig werden. Betroffene erhalten über eine Nasenbrille für mehrere Stunden am Tag zusätzlichen Sauerstoff. Dosis und Dauer werden im Krankenhaus genau getestet und eingestellt. Die Therapie verbessert Leistungsfähigkeit, Lebensqualität und – bei richtiger Anwendung – auch die Prognose, oft in Kombination mit weiteren Methoden wie Heimbeatmung

 

Lungenfibrose

Die Lungenfibrose ist eine Erkrankung des Lungengewebes, bei der es zu einer zunehmenden „Vernarbung“ der Lunge kommt. Die Atemwege selbst sind dabei meist nicht betroffen, aber die Lunge wird steifer und kann sich schlechter ausdehnen. Ursachen können unter anderem Autoimmunerkrankungen, Strahlenbelastung oder bestimmte Schadstoffe sein. Typische Beschwerden sind Belastungsdyspnoe und Husten. In fortgeschrittenen Stadien können Langzeitsauerstoff-Therapie, Heimbeatmung und im Endstadium auch eine Lungentransplantation notwendig werden

 

Mukoviszidose

Mukoviszidose ist eine angeborene Stoffwechselerkrankung, bei der verschiedene Organe – insbesondere Lunge und Bauchspeicheldrüse – betroffen sind. Zäher Schleim führt zu wiederkehrenden Infektionen, Bronchiektasen und einer fortschreitenden Schädigung des Lungengewebes. Die Behandlung ist komplex und umfasst unter anderem Inhalationen, Physiotherapie, Medikamente und spezielle Ernährungsmaßnahmen. Durch die Fortschritte der Medizin erreichen heute viele Betroffene das Erwachsenenalter und profitieren von spezialisierten Zentren.

 

Pneumonie (Lungenentzündung) und akutes Lungenversagen

Eine Pneumonie ist eine Entzündung des Lungengewebes, meist durch Bakterien oder Viren. Je nach Schwere reicht die Behandlung von Antibiotika und unterstützender Therapie zu Hause bis zur stationären Aufnahme. Beim akuten Lungenversagen (ARDS) sind beide Lungenflügel schwer betroffen, der Sauerstoffaustausch ist lebensbedrohlich eingeschränkt, und es ist meist eine intensivmedizinische Behandlung mit Beatmung notwendig.


Pulmonale Hypertonie (Bluthochdruck der Lunge)

Pulmonale Hypertonie bezeichnet einen erhöhten Blutdruck in den Lungengefäßen, der eigenständig oder als Folge anderer Herz- und Lungenerkrankungen auftreten kann. Frühe Beschwerden sind oft Luftnot bei Belastung, später auch Müdigkeit, Brustschmerzen und Zeichen einer Rechtsherzbelastung. In den letzten Jahren wurden mehrere spezielle Medikamente entwickelt, die Prognose und Lebensqualität deutlich verbessert haben; eine frühzeitige Diagnostik in spezialisierten Zentren ist entscheidend 


Rechtsherzkatheter

Die Rechtsherzkatheter-Untersuchung ist das wichtigste Verfahren zur sicheren Diagnose einer pulmonalen Hypertonie. Über eine Vene wird ein dünner Katheter bis ins rechte Herz und in die Lungengefäße vorgeschoben, um dort direkt die Druckwerte zu messen. Gleichzeitig kann die Reaktion auf bestimmte Medikamente getestet werden, um die optimale Therapie festzulegen. Die Untersuchung erfolgt in der Regel unter örtlicher Betäubung und unter stationären Bedingungen.

 

Schlaf-Apnoe

Die Schlafapnoe ist eine Atmungsstörung im Schlaf mit wiederkehrenden Atempausen. Betroffene schlafen unruhig, schnarchen häufig laut und wachen am Tag unausgeschlafen, müde und unkonzentriert auf. Langfristig können Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck und weitere Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigt werden. Nach einer orientierenden Voruntersuchung erfolgt die genaue Abklärung im Schlaflabor; bei behandlungsbedürftigen Befunden wird meist eine nächtliche Überdruckbeatmung (CPAP-Therapie) über eine Maske eingestellt.

 

Tuberkulose

Tuberkulose ist eine weltweit verbreitete bakterielle Infektionskrankheit, die vor allem die Lunge befällt, aber auch andere Organe betreffen kann. Nach Bildgebung (z. B. Röntgen/Computertomographie) und häufig Bronchoskopie wird die Diagnose durch Erregernachweis gesichert. Die Therapie besteht aus einer Kombination mehrerer spezieller Antibiotika über mehrere Monate, bis die Infektion vollständig ausgeheilt ist und keine Ansteckungsgefahr mehr besteht.